Mittwoch, 19. November 2014

Hochzeit auf den ersten Blick

Mit Spannung verfolge ich Berichterstattungen (z.B. bei "Stern" online) und Statements (vor allem auf Facebook) zu diesem neuen TV-Format. Als Christ interessieren mich besonders die Beurteilungen der Rolle von Martin Dreyer. Der Gründer der "Jesus Freaks" und Autor der "Volxbibel" ist der Theologe unter den vier "Experten", die dieses "Experiment wissenschaftlich begleiten".
Man muss sich ja nicht darüber unterhalten, dass der Hass und die Häme, die von "frommen" Menschen auf Dreyer einprasseln, völlig daneben sind. So was entlarvt sich von selbst als überhaupt nicht Jesus gemäß.
Ich frage mich aber auch, ob die "Heil-Martin-Rufer", die einfach alles, was ihr Held tut, fromm rechtfertigen wollen, nicht genauso bescheuert auf der anderen Seite vom Pferd fallen.
Warum warten wir nicht einfach ab? Ob etwas wächst oder unterwegs verfault, zeigt doch erst die Zeit.
Fakt ist: Martin Dreyer ist jetzt wieder in vieler Christen Blick. Das wird ihm wirtschaftlich als "Freier Theologe" (zu finden unter "Redner" bei www.rent-a-pastor.com) nicht schaden. Christliche Kreise, die ihn schon vorher nicht mochten, würden ihn sowieso nie buchen. Unkonventionelle und Rebellen unter den Frommen werden neu auf ihn aufmerksam. Eigenwerbung ist legitim. Und es kann sein, dass dabei auch eine gute Werbung für Gott raus kommt.
Lassen wir den Dreyer doch erst mal sein Ding machen. OK - mein Herz schlägt auch so gar nicht für dieses "Experiment". Aber Gott hat mich schon oft überrascht. Er macht manchmal Gutes aus etwas, das ich doof finde - manchmal kommt nix bei dem raus, was ich gut finde.    

Freitag, 14. November 2014

Die Pilgerreise

Ich bin immer wieder begeistert davon, was eine örtliche Freikirche so auf die Beine stellen kann - gerade auch im künstlerischen Bereich.
Das geht nur mit höchster Einsatzbereitschaft, großer Liebe zum Projekt und dem Mut zum finanziellen Risiko. Qualität im Bühnenbereich hat eben auch ihren Preis - was technisches Equipment, Bühnenbild und Kostüme anbelangt. Ganz abgesehen natürlich von Disziplin und Trainingsintensität für die Laiendarsteller.
Gestern war im CZA Elmshorn Premiere für dieses Musical:

http://www.cza.de/pilgerreise.html

Echt ein Gesamtkunstwerk! Der christliche Klassiker aus dem 17. Jahrhundert (!) ist großartig modern interpretiert. Die  Geschichte ist stimmig, die Musik geht zu Herzen, es gibt herausragende Hauptdarsteller und viel Liebe zum Detail in der Requisite. Mein Herz schlägt für gutes Laientheater - und ich habe nur winzig kleine Verbesserungsvorschläge. :-)
Echt großartig, welchen Beitrag "fromme" Laien im Bereich der Kunst leisten können! Ganz großes Kino. Und das sage ich nicht nur, weil unsere älteste Tochter Raffaela ganz wunderbar die Rolle von "Glaube" gesungen und gespielt hat. :-)

Freitag, 24. Oktober 2014

Ein "Hoch" auf das Hansa Theater

Vorgestern war ich nach langer Zeit mal wieder in diesem Hambuger Kleinod.

www.hansa-theater.de

Es ist noch genauso plüschig und kuschelig wie vor über 40 Jahren, als mich mein Papa zum ersten Mal in dieses Variete ausgeführt hat. Und es gibt immer noch den Theaterteller zum Verzehr. Meine Freundin und ich saßen in der ersten Reihe und waren völlig fasziniert von den Darbietungen. Obwohl wir dem Zauberkünstler genau auf die Finger gucken konnten, haben wir nicht raus gefunden, wie er zum Beispiel diesen riesigen Papagei scheinbar aus dem Nichts hervor gezaubert hat. Den akrobatischen Kunststücken zuzugucken, ist "life" ein besonderer Nervenkitzel. Immer diese Angst, dass jetzt vielleicht doch mal was schief geht.Aber das ging es natürlich nicht!
Die Schlußnummer war aufregend, rasant und komisch. Wenn zwei Jongleure sich gegenseitig drei Keulen zu werfen, sich dabei ausziehen (jedenfalls Jackett, Weste, Hose, Hemd und Krawatte), sich zwischen den Keulen die Kleidungsstücke zuwerfen und hinterher komplett im Outfit des Anderen dastehen, ist das absolut faszinierend. Denn unterwegs landete weder eine Keule, noch ein Kleidungsstück auf dem Boden.
Nach der Nummer konnten wir verstehen, was der Moderator mit einem "rasanten und anstrengenden Stoffwechsel" gemeint hatte.
Überhaupt war der Conferencier des Abends umwerfend gut. Das war Horst Schrodt.

www.horstschrodt.de

Er führte so locker, freundlich, charmant und witzig durch das Programm - wir hätten ihm auch gerne noch länger zugehört.
Nach guten zwei Stunden war der Abend viel zu schnell vorbei. Ich habe jetzt schon Lust, in der nächsten Spielzeit wieder hin zu gehen.      

Dienstag, 7. Oktober 2014

Albert Frey in der FeG Norderstedt

Am 4.10. war unser Gemeindehaus so was wie eine Pilgerstätte für nord-norddeutsche Christen mit Musikgeschmack. Ich habe am Abend auf unserem Parkplatz Autokennzeichen aus Cuxhaven oder Plön gesehen.
Albert Frey gab mit drei fantastischen Musikern ein Lobpreiskonzert. Im Repertoire waren Gemeindeschlager wie „Anker in der Zeit“ und „Wo ich auch stehe“.  Wenn mehr als 200 Menschen begeistert mitsingen, berühren die bekannten Songs das Herz noch mal ganz anders.
Mich haben auch Albert Freys neue Lieder von seiner aktuellen CD „tiefer sehen“ beeindruckt. Da sind tiefe geistliche Texte dabei. Manche sind – im besten Sinne – eine Predigt.
Ich bin ja kein Musikexperte. Das muss man aber auch nicht sein, wenn – so wie bei diesem Konzert -  Musik auf hohem Niveau gemacht wird. Die bewegt etwas im Bauch und im Herzen, geht in die Füße oder macht einen Kloß im Hals.
Es gab ausgelassenes Feiern an diesem Abend, aber auch „Heilige Momente“.

Albert Frey ist nicht nur gut, wenn er singt und seine Instrumente spielt. Es ist wohltuend, ihm zuzuhören, wenn er zu seinem Publikum spricht. Ganz normal, ohne Effekthascherei erzählt er aus seinem Leben mit Jesus. Es wird deutlich, dass die Texte seiner Lieder durch diese Beziehung entstehen – und dass da auch Fragen und Schwierigkeiten ihren Platz haben. Albert Frey auf der Bühne - das ist keine Show, das ist echt.  

Sonntag, 5. Oktober 2014

Erntedank in Israel

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Dieses Gemälde zeigt das „Laubhüttenfest“ - das Erntedankfest der Juden. Dieses Fest hat Gott seinem Volk geschenkt. Wir können in der Bibel nachlesen, dass Gott diese Feiertage selbst für sein Volk erfunden hat. Er hat Israel genau gesagt, wann, wie lange und wie das Fest gefeiert werden soll. Interessant ist: Gott befiehlt eine Party, die acht Tage dauert. So ist Gott. Wir erfinden als Christen selbst ein Erntedankfest – und feiern einen Tag. Gott schenkt gleich eine ganze Woche zum feiern! In dieser Woche soll das ganze Volk Israel in Laubhütten wohnen.

Erntedank ist für die Juden auch ein Erinnerungsfest. Sie sollen sich an die Wanderung durch die Wüste erinnern. Da hatten sie keine festen Häuser, sondern solche Hütten und Zelte.

Mittwoch, 13. August 2014

Ein "offenes Atelier" - ganz für mich alleine!

Letzte Woche habe ich es mal wieder sehr genossen, die "Portraitschreiberin" für "Christsein heute" zu sein.
Ich fuhr bummelig 85 Km gen Norden und besuchte Wolfgang Tonne in seinem Atelier in Lübeck.

www.wolfgang-tonne.com

Ich hatte ja schon beim Betrachten der Webseite gedacht, dass mir seine Kunst gefällt. Aber es ist dann doch noch mal was anderes, die Werke des Architekten, Professors und Künstlers im Original zu sehen. Er sagt: "Ich möchte, dass meine Arbeiten zunächst als Kompositionen durch Farben, Formen und Proportionen Freude und neugierig machen - und dann, bei näherem Hinsehen, zum Nachdenken und zur Berührung ewiger Werte einladen."
Bei mir geht dieser Wunsch völlig auf! Und es hat Spaß gemacht, mit Wolfgang über die Geschichten, die seine Bilder erzählen, ins Gespräch zu kommen. Faszinierend war es auch, Einblick in seine Technik zu erhalten. Er arbeitet multimedial: Mit Bleistift, Tusche, Photographien, Wasser und Acrylfarben. Die Ergebnisse werden in den Computer eingescannt, integriert und weiter entwickelt. Später werden sie auf Papier oder Leinwand mit Injekt-Technologie gesprüht oder unter Hitzeeinwirkung in Polyesthergewebe eingedampft.
Großartig, auf was für Ideen Künstler so kommen, um ihre Geschichten zu erzählen!    

Mittwoch, 6. August 2014

Autoren-Portrait

„ICH MÖCHTE NICHT PROVOZIEREN, SONDERN BRÜCKEN BAUEN“…

…sagt Rainer Buck. Der Schriftsteller aus Marbach hat schon einige Romane und Biografien veröffentlicht. Für seinen neuesten Roman, der im September 2014 erscheint, hat er sich einen christlichen Verlag gewünscht, aber keinen gefunden. Nun hat der Turmhut Verlag „Tims Arche“ gerne in sein Programm aufgenommen.
Die Geschichte wird von Susann erzählt. Die gläubige junge Frau unterstützt Pastor Tim Friese bei seiner missionarischen Arbeit im Vorort einer Großstadt. Die beiden wären ein nettes Liebespaar, aber der Funke springt einfach nicht über. Stattdessen fühlt Susann sich mehr und mehr zu Nora hingezogen. Nora ist auch eine gläubige junge Frau. Sie wurde wegen einer lesbischen Beziehung von jeder Mitarbeit in ihrer Freikirche entbunden. Daran leidet sie – und nach ihrem eigenen „Coming out“ leidet auch Susann. Vor allem, weil sie die Freundschaft mit ihrem Mentor „Opa Sternau“, einem konservativen Christen in Gefahr sieht.
„Ich möchte mit dieser Geschichte einen Beitrag für ein offenes, ehrliches und lockeres Gespräch unter Christen zum Thema „Homosexualität und Kirche“ leisten“, sagt Rainer Buck. „Mir geht es nicht darum, „bibeltreue Christen“ als homophob zu verurteilen. Ich weiß, dass Homosexualität in der Bibel ausschließlich negativ erwähnt wird. Allerdings war gleichgeschlechtliche Liebe damals vermutlich nur als Ausschweifung bekannt – in heidnischen Kulten oder in Verbindung mit Orgien. Eine lebenslange Partnerschaft zwischen Frauen oder Männern in gegenseitiger Treue hatte damals Niemand auf dem Schirm. Vielleicht sagt die Bibel deshalb nichts dazu, weil es Keiner verstanden hätte. Die Frage ist, wie empfinden Homosexuelle, die von Herzen Jesus lieben, die Ausgrenzung in ihren Gemeinden? Und wie geht Jesus mit den Betroffenen um?“
„Tims Arche“ ist also kein theologischer Beitrag, sondern eine Geschichte, die es ermöglicht, sich in Betroffene hinein zu versetzen. Wie der Leser dann letztlich mit dem Thema umgeht, bleibt ihm selbst überlassen.
Der Roman dreht sich noch um weitere Aspekte menschlicher Beziehungen in der Gemeinde. Außerdem beschäftigt er sich mit der Frage, wie das Evangelium in einem Umfeld ohne christliche Traditionen verkündigt werden kann.
Rainer Buck ist Jahrgang 1965, verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Seit zehn Jahren predigt er regelmäßig als Laie in seiner Methodistengemeinde in Marbach und darüber hinaus. Durch einen befreundeten Autor kam er zum Schreiben. Er sieht darin auch eine Möglichkeit „die Reichweite der Kanzel auszudehnen“.